Freitag, 5. Dezember 2014

World of Warcraft (1): Wir müssen raiden

 Neuer Schlachtzug? Läuft.

Wer in World of Warcraft nach einer Herausforderung sucht, der geht raiden. Oder spielt Arena. Ich will ja hier keinen Streit vom Zaun brechen. Seit Mittwoch können sowohl die Raider als auch die PvPler wieder zu den Waffen greifen, denn der erste Schlachtzug ist draußen und die neue Arena-Saison hat begonnen.

Leider muss ich zugeben, dass ich World of Warcraft nicht genießen kann, wenn ich nicht einen gewissen Erfolg habe. Das heißt: Bosse des aktuellen Contents legen. Ich muss nicht um einen World-First mitspielen, einen Raid möchte ich aber schon gerne von Anfang bis Ende bezwingen, am besten natürlich auf der höchsten Schwierigkeitsstufe.

Über diese Einstellung bin ich selbst nicht so glücklich, wie man meinen könnte. Schließlich ergibt sich damit dann doch ein gewisser Zwang, dass man unbedingt spielen „muss“. Hoher Zeitaufwand natürlich inklusive. Aber ich will nicht meckern, man könnte schlimmere Probleme haben.
Lange Einleitung, also ab zum eigentlichen Thema des Blogs: der Hochfels. So heißt die erste Raidinstanz in Warlords of Draenor. Vor dem neuen Addon hatte ich eine kleine Pause eingelegt, war seit bestimmt einem halben Jahr nicht mehr ernsthaft in einem Schlachtzug unterwegs. Daher habe ich mich durchaus auf den neuen Inhalt gefreut. Schließlich fühlt sich neuer Content immer besonders an - sofern er gut ist, natürlich.

Hochfels ist eine gute Instanz. Teilweise.

Ist Blizzard das mit dem Hochfels gelungen? Jein. Eher Richtung ja, aber auch ein bisschen nein. Also jein. Kommt ihr mit halbwegs vernünftigem Gear in den Raid und fangt im normalen Schwierigkeitsgrad an, wartet Kargath Messerfaust auf euch. Ein Boss, den man prinzipiell auch gleich durch eine Kiste mit Loot hätte ersetzen können. Je nachdem, wie groß eure Gruppe ist, kann es gut sein, dass ihr euch als Fernkämpfer 0,0 Millimeter in dem gesamten Kampf bewegen müsst.
Damage-Rota durchfahren, fertig. Theoretisch könntet ihr auch einen Stein auf die Tastatur legen und damit ein Castsequence-Makro runterfahren. Wenn ihr nicht totale Rohrkrepierer in eurer Gruppe habt, könnt ihr hier nicht wipen. Tut ihr es doch... tja, dann ist das relativ schwach. Übrigens: Auch im heroischen Modus ist der Boss kaum schwerer. Reingehen, umhauen, looten. Fertig.

Jetzt könnt ihr quasi auswählen, welchen Boss ihr als nächstes angeht. Unsere Gruppe hat sich für den Schlächter entschieden. Dessen Name klingt wesentlich brutaler, als der Boss selbst ist. Hier muss man sich zwar ein bisschen mehr bewegen und im HC kann der Enrage-Timer mitunter knappen werden, aber sonst ist auch dieser Boss keine wirkliche Herausforderung.

Weiter geht es mit Farnspore. Ein paar Adds hier, gewürzt mit ein paar Pilzen und Flammenwerfern - klingt nett, spielt sich auch spaßig. Auf normal trotzdem eher anspruchslos, sodass auch Farnspore im ersten Try umgelattet wurde.

More Klötze!

Danach wird es dann schon interessanter. Tectus ist mehr oder weniger ein Steinklotz, der sich in ganz viele weitere Steinklötze aufspaltet, die alle die gleiche Soße im Raum verteilen und somit lauffaulen Spielern durchaus Probleme machen können. Dennoch macht der Boss viel Spaß, ebenso wie die Ogronzwillinge. Beide Encounter sind nicht mehr so leicht zu bezwingen.

Zuletzt warten Ko´ragh und Endboss Mar´gok auf euch. Zwei hässliche Oger, die aber dennoch ein paar nette Mechaniken haben. Klar, Blizzard hat das Rad damit nicht neu erfunden. Aber gerade beim Endboss ist Chaos im Raid vorprogrammiert. In positiver Weise.

Letzten Endes muss ich sagen, der Start in den Raid doch arg einfach ist. Die ersten beiden Bosse sind definitiv Fallobst. Wahrscheinlich dauert es nicht lange, bis der erste Todesritter die wieder solo umklatscht. Danach zieht der Schwierigkeitsgrad aber Stück für Stück an, ohne unfair zu werden. Stirbt der Raid, wurde scheiße gespielt. Ganz einfach. Dämliche Random-Mechaniken gibt es zum Glück nicht.

Jetzt freue ich mich auf die Heroic- und Mythic-Encounter. Und natürlich auf fette Epics!

Hier gibt´s übrigens erste Killvideos von mir:


Mittwoch, 26. November 2014

Insert Disc (17): Pandaria war geil, Draenor ist es auch

Mists of Pandaria war cool. Ehrlich! Mit dem vergangenen Addon von World of Warcraft hatte ich viel Spaß und habe ein paar (haha, total untertrieben) nette Stunden in Pandaria verbracht. Ich habe Contents auf heroisch zum ersten Mal Monate vor einem neuen Patch gecleart. Kurz gesagt: Zwischendrin lief´s bei mir. Würde die Jugend jetzt sagen.

Whine? Nein, heute nicht

Von den ganzen Miesepetern, die vor dem Addon bittere Tränen vergossen, weil Pandas ja angeblich nichts in World of Warcraft zu suchen haben, habe ich mich nicht beeindrucken lassen. Auch die unenendliche Masse an Daily-Quests haben mich nicht gestört. Immerhin gab es ein Ziel, auf dass man hinspielen konnte. Daher hatte ich auch jede Fraktion in MoP auf ehrfürchtig. Für seine Mühen hat man ja schließlich auch was bekommen.

Ich könnte diesen Text jetzt noch ewig so fortführen, die Quintessenz ist aber: Mists of Pandaria fand ich echt geil. Punkt. Mein Lieblings-Addon bleibt zwar weiterhin Wrath of the Lich King, was allerdings eher an den geilen Charakteren und Raids lag. Da war MoP nicht ganz so gut. Bei dieser ganzen Lobhudelei darf man aber nicht vergessen, dass das Addon eigentlich nur zur Hälfte gut war. Oder zu drei Vierteln.

Irgendwann kam nämlich der finale Raid raus. So cool er gemacht war, irgendwann hatte ich keinen Bock mehr. Die Schlacht um Orgrimmar war über ungefähr ein Jahr auf den Servern. Tag für Tag, 365 Mal im Jahr also der gleiche Mist. Auch wenn der Raid nicht schlecht war: Abwechslung sieht anders aus. Schließlich will ich auch nicht 365 Tage im Jahr Bratwurst mit Pommes essen. Irgendwann schickt es dann halt auch mal.

Neben dem finalen Raid hatte das Addon zum Schluss nichts mehr zu bieten. Der eigene Garten? C´mon, den Kram kauf ich mir im Auktionshaus. Mats farmen? Bitte, über 30 Stacks Fläschen, Bufffood und Pots reichen eine Zeit. Auch sonst habe ich in dem Spiel keine Herausforderung mehr gesehen. Meine Schlussfolgerung: Mists of Pandaria war cool. Außer zum Schluss.

Lernt daraus, Blizzard!

Allein wegen dieser Erfahrung habe ich mich sehr auf Warlords of Draenor gefreut, obwohl ich mit WoW eigentlich aufhören wollte. Tja, man kann halt nicht alles haben im Leben. Und ich muss sagen: Ich bereue nichts. Das neue Addon macht tierisch Spaß, mit der eigenen Garnison hat Blizzard ein Element im Spiel integriert, das einen quasi ständig bei der Stange hält. Wenn man möchte. Anders als bei den Dailys in Mists of Pandaria hat man nicht mehr dieses „Ich muss das jetzt machen“-Gefühl. Supi. Bleibt zu hoffen, dass Blizzard den guten Start (ich rede nicht von den Servern, sondern vom Inhalt) nicht total vergeigt. Ein Jahr lang kein neuer Content will nämlich keiner mehr sehen.